Überweisung zurückholen

Eine falsche Überweisung zu tätigen passiert schneller, als man denkt. Vor allem beim Online-Banking oder am Bankautomaten kommt es häufig zu Tippfehlern. Aber auch das Weitergeben von falschen Daten ob mit oder ohne Absicht, kann zu einer Falschüberweisung führen. Wie lässt sich eine falsche Überweisung zurückholen, wenn es mal schiefgegangen ist? 

Muss meine Bank die Überweisung zurückholen?

Grundsätzlich gilt, keine Bank ist verpflichtet, eine falsche Überweisung zurückzuholen. Jedoch steht jedes Kreditinstitut in der Pflicht, dem Kunden behilflich zu sein, der die Falsch-Überweisung getätigt hat.

Trotz der Pflicht zur Hilfe besteht keinerlei Garantie, dass der falsch überwiesene Betrag zurückgeholt werden kann. Wichtig ist bei einer inkorrekten Überweisung vor allem Schnelligkeit. Reagiert man zeitnah genug, kann die Überweisung möglicherweise vor Zahlungseingang auf dem Konto des falschen Empfängers gestoppt werden.

Andernfalls muss der Empfänger gebeten werden, von sich aus zurück zu überweisen. Innerhalb Deutschlands wäre der Empfänger dazu verpflichtet, da es sich sonst um eine Unterschlagung (§ 246 StGB) handelt. 

Für das Überweisen von Geld gelten gesetzliche Ausführfristen. Deswegen ist vor allem vor allem bei Überweisungen im Europäischen Wirtschaftsraum schnelles Handeln gefragt. Die maximalen Fristen zur Ausführung einer Überweisung sind:

  • Ein Tag für Euro-Überweisungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Selbige Frist gilt für Inlandsüberweisungen.
  • Zwei Tage für Euro-Überweisungen innerhalb des EWR, die beleggebunden sind.
  • Überweisungen in einer anderen Währung als Euro müssen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums innerhalb von vier Tagen überwiesen werden.
  • Für Auslandsüberweisungen und Überweisungen außerhalb des EWR gelten keine Fristen.

Für die Berechnung der Frist ist der erste Geschäftstag der Überweisung ausschlaggebend. Sollte die falsche Überweisung also an einem Wochenende getätigt worden sein, beginnt die Frist am Montag, außer dieser ist ein Feiertag.

>>Lesen Sie unseren Artikel zum Thema "Auslandsüberweisung Dauer"<<

Ablauf beim Zurückholen einer Überweisung

Will man eine Überweisung zurückholen, ist man in der Regel auf die Hilfe der Bank angewiesen. Diese ist verpflichtet ihrem Kontoinhaber zu helfen, sollte dieser eine falsche Überweisung tätigen. Sobald der Fehler bemerkt wurde, muss man sich deswegen mit seinem Kreditinstitut in Verbindung setzen. Die Bank wird im ersten Schritt den Empfänger der Falsch-Überweisung ausfindig machen.

Anschließend kontaktiert die Bank des Überweisenden, die Bank des Empfängers und klärt über den Sachverhalt auf. Der Empfänger der Überweisung wird von den Umständen in Kenntnis gesetzt und kann nun das Geld der Fehlbuchung zurücküberweisen. 

Allerdings ist der Empfänger nicht verpflichtet, zurückzuüberweisen. Wer den Fehler der Buchung gemacht hat ist also nicht nur auf die Hilfe der Bank, sondern auch auf die Kooperation des Empfängers angewiesen. Sollte dieser keinen validen Grund vorlegen können, das Geld zu behalten, können rechtliche Schritte gegen den Empfänger der Fehlbuchung eingeleitet werden.

So hat man immer noch die Möglichkeit, die Überweisung zurückzuholen. Die Bank macht in der Regel ein Entgelt in der Höhe von fünf bis zehn Euro für ihre Hilfe geltend. Sind Überweisender und Empfänger bei derselben Bank, kann die Unterstützung auch kostenlos erfolgen.

Doppelbuchung und andere Sonderfälle

In einigen Sonderfällen kann man eine Überweisung zurückholen, ohne auf den Empfänger angewiesen zu sein. Zum Beispiel wenn aus Versehen eine Doppelbuchung vorgenommen wird. Wenn also der Empfänger, der Betrag und der Zweck der Überweisung bei zwei Buchungen identisch ist, wird der doppelt überwiesene Betrag automatisch zurücküberwiesen. Der Betrag wird ebenfalls zurücküberwiesen, wenn das angegebene Empfängerkonto nicht existiert.

Manche Banken bieten aktiv Hilfe beim Zurückholen von Überweisungen an. Bei der Volksbank beispielsweise kann man eine Überweisung zurückholen, wenn die Falschüberweisung am selben Tag bis 15.45 Uhr gemeldet wird. Zudem wird eine Bearbeitungsgebühr von zehn Euro fällig. Die Deutsche Bank hat die Möglichkeit den Umsatz zu sperren, solange das Geld noch nicht beim Empfänger eingegangen ist. Commerzbank und Sparkasse bieten generell keine Rückholung an.

Auslandüberweisung zurückholen und Betrugsfall

Eine Ausnahme bei den Kosten für die Rückholung einer Überweisung sind Auslandsüberweisungen, nach Indien zum Beispiel. Hier kann es wesentlich teurer sein, eine Überweisung zurückzuholen. Aus diesem Grund sollte man sich Gedanken machen, ob der überwiesene Betrag hoch genug ist, um eine Rückholung anzustoßen. Einige nutzen für Online-Käufe im Ausland Dienstleister wie PayPal.

Diese bieten einen Käuferschutz, der es ermöglicht, die Überweisung zurückzuholen, sollte die bestellte Ware nicht geliefert werden. Am sichersten ist allerdings eine SEPA-Lastschrift. Das bietet die Möglichkeit, die getätigte Zahlung innerhalb von acht Wochen zu stornieren.

Im Betrugsfall ist man nicht auf die Kooperation des Empfängers angewiesen. Wurde der Betrug festgestellt, sollte der Überweisende die Gegenseite sofort auffordern, das Geld zu erstatten. Zudem sollte der Betrug schnellstmöglich zur Anzeige gebracht werden.

Tipps: So reagieren Sie im Ernstfall

  • Reagieren Sie möglichst schnell!
  • Die Chance, eine Überweisung zurück zu holen, ist am besten, wenn der Betrag noch nicht eingangen ist. 
  • Manche Banken bieten aktive Mithilfe für Rücküberweisungen bei falschen Empfängerdaten an. 

Wer schreibt hier? Robin

Willkommen auf meiner Seite. Ich bin Robin, der Autor auf Auslandsueberweisung.info. Nach meinem Studium im Wirtschaftsrecht habe ich für kurze Zeit im Verbraucherschutz gearbeitet. Dabei habe ich festgestellt, dass aktuelle Praktiken der Banken in Sachen Auslandsüberweisungen nicht zeitgemäß sind und meistens zu Lasten des Kunden fallen. Mit dieser Seite möchte mein Team und Ich Sie davor bewahren, mit den falschen Anbietern zu Ihren Familien oder Geschäftspartnern im Ausland zu überweisen.

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